Ziel des INTeRCePT-Projekts ist es, personalisierte Therapiestrategien für Patient:innen mit Lymphdrüsenkrebs zu entwickeln- Dazu werden tumor- und immunologische Veränderungen während des gesamten Krankheitsverlaufs systematisch analysiert. Durch die Kombination von Probenanalysen im Krankheitsverlauf mit modernen Computermodellen sollen Therapieansprechen frühzeitig vorhergesagt und Behandlungen gezielt angepasst werden, um Wirksamkeit zu erhöhen, Nebenwirkungen zu reduzieren und aggressive Verläufe besser zu kontrollieren.
Im Zurich Precision Oncology Consortium INTeRCePT 3.0 entwickeln Ärzt:innen und Wissenschaftler:innen neue personalisierte Behandlungsmethoden für Patient:innen mit Lymphdrüsenkrebs. Über 1.000 Tumor- und Blutproben werden vor und insbesondere während der Therapie analysiert, um Veränderungen von Tumor und Immunsystem früh zu erkennen. Mithilfe moderner Computermodelle wird so ein persönliches Risikoprofil erstellt, das frühzeitig zeigt, ob eine Therapie wirkt oder nicht. So können Patient:innen schneller auf wirksamere Therapien umgestellt werden, Nebenwirkungen reduziert und aggressive Krankheitsverläufe besser kontrolliert werden. Im Gegensatz zu klassischen Studien betrachtet das Projekt nicht nur einzelne Zeitpunkte, sondern den gesamten Krankheitsverlauf, um die bestmögliche Behandlung zu einem möglichst frühen Zeitpunkt zu finden.
Forschungs- und Technologieziele
Räumliche und molekulare Charakterisierung von Lymphomen
INTeRCePT 3.0 untersucht die molekulare Zusammensetzung und räumliche Organisation von Lymphomen mithilfe hochauflösender Einzelzell- und Multi-Omics-Technologien. Diese Ansätze ermöglichen eine detaillierte Analyse von Tumorgewebe auf Einzelzellebene und erfassen sowohl die Architektur des Tumormikromilieus als auch die Interaktionen zwischen Tumorzellen und dem Immunsystem. Die integrierten Analysen schaffen die Grundlage, um tumorbiologische Mechanismen und funktionelle Zusammenhänge präzise zu verstehen und diese Erkenntnisse in prädiktive Modelle zu überführen.
Longitudinale Analyse von Tumor- und Immunveränderungen
Mehr als 1’000 Tumor- und Blutproben werden longitudinal analysiert — erhoben vor der Behandlung und insbesondere in frühen Phasen der Therapie. Diese wiederholten Messungen ermöglichen eine systematische Verfolgung von Veränderungen der Tumor- und Immunprofile über die Zeit hinweg und erlauben die Identifikation früher Hinweise auf ein unzureichendes Therapieansprechen.
Zusätzlich werden Liquid Biopsies zur Analyse zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) eingesetzt, wodurch eine kontinuierliche und minimal-invasive Überwachung genetischer Veränderungen des Tumors möglich wird. Dieser Ansatz ermöglicht die frühe Erkennung entstehender Resistenzmechanismen und unterstützt eine rechtzeitige Anpassung der Therapiestrategien.
Analyse der Immunantwort während der Therapie
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der hochdimensionalen Immunprofilierung, die eine detaillierte Untersuchung der Zusammensetzung und Funktion des Immunsystems während der gesamten Behandlung ermöglicht. Veränderungen verschiedener Immunzellpopulationen und ihrer Aktivierungszustände werden longitudinal erfasst und mit klinischen Verläufen korreliert. Ziel ist es, Immunantworten auf unterschiedliche Therapien besser zu verstehen und immunologische Parameter in die Vorhersage des Behandlungserfolgs zu integrieren.
Entwicklung prädiktiver Modelle und dynamischer Risikovorhersagen
Zur Integration der verschiedenen molekularen, zellulären und klinischen Datentypen werden quantitative Modelle und Methoden des Machine Learning eingesetzt. Diese Ansätze ermöglichen eine systematische Analyse komplexer Zusammenhänge zwischen Tumorbiologie, Immunantwort und Therapieansprechen.
Auf Grundlage dieser Analysen entwickelt INTeRCePT 3.0 individualisierte Modelle zur dynamischen Risikovorhersage, die eine präzisere und adaptive Behandlungssteuerung unterstützen sollen. Die entwickelten Modelle werden anschliessend in einer prospektiven klinischen Studie validiert, um die Machbarkeit dynamischer Präzisionsonkologie-Ansätze bei Lymphomen zu demonstrieren.
“Wir versuchen zum frühestmöglichen Zeitpunkt den Verlauf von Lymphompatient:innen vorherzusagen. Dabei nutzen wir hochauflösende Analysen vor und direkt nach der Therapie. Wir erhoffen uns von den Versuchen einen wichtigen Schritt hin zur personalisierten Krebstherapie.”
Prof. Dr. med. Thorsten Zenz - Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie, USZ
Projektteam
Prof. Dr. med. Thorsten Zenz, Universitätsspital Zürich, Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie , thorsten.zenz@usz.ch
Prof. Dr. Burkhard Becher, Universität Zürich, Institut für Experimentelle Immunologie, becher@immunology.uzh.ch
Prof. Dr. Niko Beerenwinkel, ETH Zürich, Institute for Biomedical Engineering, niko.beerenwinkel@bsse.ethz.ch
Prof. Dr. Valentina Boeva, ETH Zürich, Department of Computer Science, valentina.boeva@inf.ethz.ch
Dr. med. Marco M Bühler, Universitätsspital Zürich, Institut für Pathologie und Molekularpathologie, marcomatteo.buehler@usz.ch
Prof. Dr. Wolfgang Huber, EMBL, wolfgang.huber@embl.org
Prof. Dr. Andreas Moor, ETH Zürich, Department of Biosystems Science and Engineering, andreas.moor@bsse.ethz.ch
Prof. Dr. Virginie Uhlmann, Universität Zürich, Institut für Molekulare Biologie, virginie.uhlmann@mls.uzh.ch
Untersuchte Krebserkrankungen
Lymphome
Fördervolumen
CHF 4’050’000
Gefördert von
CCCZ, The LOOP Zurich, Tumor Profiler Center
Laufzeit
2026-2030
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