1.08.2025
Fachbereich
Roboter im Einsatz gegen Lungenkrebs: USZ und CCCZ setzen neue Standards
Das Universitätsspital Zürich (USZ) setzt gemeinsam mit dem Comprehensive Cancer Center Zürich (CCCZ) neue Massstäbe in der Krebsmedizin: Mit einem europaweit einzigartigen, roboterunterstützten Diagnose- und Therapiesystem revolutionieren sie die Frühdiagnostik und Behandlung von Lungenkrebs.
Seit Sommer 2024 ist am USZ ein hochmodernes Navigationssystem im Einsatz, das selbst kleinste, schwer zugängliche Lungenknoten präzise aufspüren kann. In Kombination mit einem mobilen, dreidimensionalen Röntgensystem (Cone-Beam-CT) lassen sich minimalinvasive Gewebeproben exakt entnehmen – auch aus tiefen Lungenarealen. Die exakte Position der Biopsieinstrumente kann dabei in Echtzeit überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Das bedeutet: mehr Sicherheit, mehr Präzision und eine deutlich höhere Chance, Lungenkrebs bereits im heilbaren Frühstadium zu erkennen.
Früh erkennen, gezielt handeln – in einer Narkose
Besonders innovativ ist die Möglichkeit, Diagnose und chirurgische Behandlung in einer einzigen Narkose durchzuführen. Die roboterassistierte Bronchoskopie mit dem ION-System von Intuitive wird dabei nahtlos ergänzt durch die operative Lungenresektion mittels Da Vinci-Roboter. Diese vollintegrierte Lösung ist bislang einzigartig in Kontinentaleuropa und ermöglicht einen besonders schonenden Eingriff für die Patientinnen und Patienten.
Die Technik ist ein Meilenstein, insbesondere vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen durch Lungenkrebs-Screeningprogramme. Bereits heute wird am USZ eine Risikopopulation im Rahmen eines Forschungsprojekts systematisch gescreent. Um verdächtige Befunde effizient abzuklären und frühzeitig zu behandeln, wurde zudem ein interdisziplinäres „Lung Nodule Board“ etabliert. Ziel ist es, Lungenkrebs möglichst früh zu diagnostizieren und gezielt zu therapieren – bevor Symptome auftreten.
“Seit 2024 sammeln wir wertvolle Erfahrungen mit dem neuen roboterassistierten System – und die Ergebnisse sind vielversprechend. Die Kombination aus Präzision, Sicherheit und minimalinvasivem Vorgehen eröffnet neue Möglichkeiten in der frühen Diagnostik und Behandlung von Lungenkrebs. Das ist ein echter Fortschritt für unsere Patientinnen und Patienten.”
Dr. med. Carolin Steinack - Leitende Oberärztin, Klinik für Pneumologie
Pionierarbeit mit Blick in die Zukunft
Bislang gelang es dem Interventionsteam die Anzahl der Stadium I Diagnosen zu verdreifachen. Somit ist der Roboter nun die Hauptdiagnose-Modalität für Patienten mit Lungenkrebs im Frühstadium geworden. Die Roboter-gestützte Bronchoskopie mit dem mobilen Cone-Beam-CT hat das Ziel, Diagnostik, Therapie und Forschung weiter zu vernetzen.
Mit dieser innovativen Technologie stärkt das USZ nicht nur seine Rolle als medizinischer Innovationstreiber, sondern schafft auch neue Perspektiven für die personalisierte Krebsmedizin in der Schweiz.
Verantwortliche Fachperson
Institution
Universitätsspital Zürich