14.10.2026
Matthias Guckenberger wird Honorary Fellow des American College of Radiology
Eine besondere Ehrung für Prof. Dr. med. Matthias Guckenberger, Direktor der Klinik für Radio-Onkologie am Universitätsspital Zürich (USZ): Das American College of Radiology (ACR) ernennt ihn 2027 zum Honorary Fellow. Er ist der erste Schweizer Radio-Onkologe, der diese Auszeichnung erhält.
Bild: Medienmitteilung ACR
Die Honorary Fellowship des ACR gehört zu den renommiertesten internationalen Ehrungen in der Radiologie. Sie wird nur an herausragende Persönlichkeiten vergeben, die die Radiologie weiterbringen und sich besonders für Wissenschaft, Ausbildung und medizinische Versorgung einsetzen.
Das American College of Radiology hat mehr als 40’000 Mitglieder. Damit gehört es zu den weltweit führenden Fachgesellschaften für Radiologie, Radioonkologie und medizinische Bildgebung und prägt das Fachgebiet international massgeblich.
Matthias Guckenberger gilt als internationaler Pionier der stereotaktischen Präzisionsbestrahlung (SBRT), besonders bei Lungenkrebs und Oligometastasen. Er war Präsident der European Society for Radiotherapy and Oncology (ESTRO) und setzt sich seit Jahren dafür ein, Bildgebung und Strahlentherapie in Klinik und Forschung enger zu verbinden.
Wir gratulieren herzlich. Es freut uns, dass seine Expertise das Universitätsspital Zürich und den Forschungsstandort Zürich weit über die Landesgrenzen hinaus sichtbar macht.
Im Gespräch mit Matthias Guckenberger
Matthias Guckenberger, Sie werden 2027 zum Honorary Fellow des American College of Radiology ernannt – als erster Schweizer Radio-Onkologe. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?
Es ist eine aussergewöhnliche Ehre, die mich mit grosser Dankbarkeit erfüllt. Dass diese Würdigung von einer führenden internationalen Gesellschaft und der Nachbardisziplin Radiologie kommt, macht sie besonders wertvoll. Die moderne Onkologie lebt vom nahtlosen Zusammenspiel über die Grenzen von Disziplinen, Einrichtungen und Ländern hinweg. Ich versuche, solche Brücken in der klinischen Patientenbehandlung und in der Forschung zu schlagen, insbesondere zwischen der Bildgebung und der Präzisionsstrahlentherapie. Daher sehe ich diese Anerkennung als Bestätigung für einen wissenschaftlichen Weg, der konsequent auf Kooperation setzt.
Sie gelten als internationaler Pionier der stereotaktischen Präzisionsbestrahlung (SBRT). Welcher Fortschritt bei Lungenkrebs und Oligometastasen war rückblickend der entscheidende?
Der Paradigmenwechsel bei metastasierten Erkrankungen. Früher galt eine Metastasierung fast immer als rein palliativ. Heute können wir Tumorherde in allen Körperregionen millimetergenau zerstören und gesundes Gewebe maximal schonen. Der enorme technologische Fortschritt in der Radioonkologie wird besonders dann klinisch relevant, wenn moderne, sensitive Diagnostik eine Krebserkrankung in einem noch nicht zu weit fortgeschrittenen Stadium erkennt und gleichzeitig neue, wirksame medikamentöse Therapien verfügbar sind. Diese unterschiedlichen Aspekte der Präzisionsonkologie optimal zusammenzubringen und zu kombinieren, wird uns auch in Zukunft fordern.
“Diese Auszeichnung gebührt zu gleichen Teilen meinem Team am Universitätsspital Zürich und an der Universität Zürich sowie all unseren Weggefährtinnen und Weggefährten weltweit.”
Matthias Guckenberger
Ihr Leitmotiv als ESTRO-Präsident und USZ-Klinikdirektor lautet «Advancing Cancer Care by Innovation and Partnership». Wie spiegelt sich das hier wider?
Kein Durchbruch entsteht im Alleingang. Echter Fortschritt braucht das enge Zusammenspiel von Klinik und Forschung, Diagnostik und Therapie, Biologie und Physik sowie starke Allianzen zwischen Fachgesellschaften wie ESTRO, ASTRO und ACR, unseren Partnerinstitutionen und der Industrie. Diese Auszeichnung gebührt zu gleichen Teilen meinem Team am Universitätsspital Zürich und an der Universität Zürich sowie all unseren Weggefährtinnen und Weggefährten weltweit. Wenn wir Silos überwinden, verbessern wir die Versorgung nachhaltig.